Astronauten und Penisgrößen

oder: Recherche und das männliche Ego

Die Vorbereitung für einen Science-Fiction-Roman erfordert neben einer guten Idee vor allem eines: Recherche. Sehr viel davon. Entsprechend habe ich mich für Zweite Heimat – Die Reise der Celeste durch tonnenweise Infomaterial zur Raumfahrt, dem Mars und allem, was dazu gehört, gewühlt. Dabei kam eine Info zu Tage, die derart skurril ist, dass ich sie mit euch teilen möchte.

Wer sich etwas mit der Geschichte der Raumfahrt beschäftigt, wird schnell feststellen, dass sie von Männern dominiert wird. Jedenfalls im Rampenlicht. Es waren Frauen, die den Anzug produziert haben, mit dem Neil Armstrong über den Mond hüpfen konnte (Link). Ob Ingenieurinnen, Mathematikerinnen, Programmiererinnen … Frauen haben Männer ins All befördert. Nur selbst dorthin durften sie lange Zeit nicht. Die Ausrede: Man(n) hätte nicht die Technologie, um Frauen im All das Urinieren zu erlauben.

Der Clou dabei: Die hochwissenschaftliche Technologie bestand aus einer Art Kondom, die dem Astronauten über seinen kleinen Helden gestülpt wurde. Allerdings mussten die Astronauten dennoch maximal absorbierende Unterwäsche (also Windeln) anziehen, in die das Ganze eingenäht wurde, denn: Die Herren der Schöpfung wählten regelmäßig die falsche Größe. Zur Auswahl standen Small, Medium und Large, und ihr könnt es euch sicher denken – niemand wollte Small. Es war eben einfach undenkbar für jemanden, der sich in das Abenteuer Weltraum stürzt, zuzugeben, dass er kein Large benötigt. Nun müsste man ja eigentlich davon ausgehen, dass Astronauten kluge, starke Kerle sind, die es nicht nötig haben, ihrem kleinen Helden auf diese Weise ihren Respekt zu zollen … Aber nö. Die pinkeln sich lieber ein als zuzugeben, dass Small eben doch die bessere Wahl gewesen wäre. Gerüchten zufolge wurden die Größen deshalb umbenannt (in “Extra-Large”, “Immense” und “Heroic”, bzw. “Large” “Gigantic” und “Humongous”).

Es hat trotzdem noch eine Weile gedauert, bis irgendjemandem gedämmert ist, dass man(n) bei Frauen das Säckelchen einfach weglassen kann und denselben Effekt hat. Von weiteren Funktionen des weiblichen Körpers fangen wir lieber gar nicht erst an. Nur so viel dazu: Als Sally Ride als erste Amerikanerin ins All starten sollte, fragten die Ingenieure der NASA allen Ernstes, ob für ihren einwöchigen Aufenthalt im Weltraum 100 Tampons reichen würden. (Für die Männer unter euch: Damit würde sie wohl eher ein halbes Jahr auskommen, wenn nicht länger. Und die Chance, dass sie ausgerechnet in der einen Woche überhaupt Tampons braucht, steht 1:4.)

Und um euer Heldenimage noch etwas mehr zu zerstören hier noch ein thematisch wunderbar passendes Lied, das ich nicht mehr loswerde, seit ich es zum ersten Mal gehört habe. Viel Spaß!

 

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